Kirchengemeinde Vahlhausen

Andacht

"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!"
Jesaja 43,1b

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.“ So schreibt Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch „Widerstand und Ergebung“. Das möchte ich auch glauben. So möchte ich auch auf Gott und seine Wege für mein Leben vertrauen können. Das sind große Worte. Es gibt Zeiten in unserem Leben, da kann man solchen Worten sicher zustimmen. Aber es gibt auch Zeiten, und die scheinen mir häufiger zu sein, da zweifle ich an solchen Worten. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass Gott aus Allem etwas Gutes entstehen lassen kann.

Was kann uns trösten, wenn wir uns allein gelassen fühlen? Was kann uns trösten, wenn um uns herum Mauern sind, die uns schützen sollten, aber eben auch trennen? Können es diese Worte des Propheten, der sein Volk darauf anspricht, dass es eine lange Geschichte mit Gott hat und dass Gott stets den Weg seines Volkes mitgegangen ist.

Ich denke, sie können es, denn einen solchen Weg geht Gott mit einem jeden einzelnen Menschen, auch mit einem jeden von uns. Auch in den schwersten Krisenzeiten, auch jetzt. Auch wenn sie die Gründe unserer Furcht nicht wegwischen, auch wenn sie nicht mir-nichts-dir-nichts die schlimmen Verhältnisse umkehren können, aber sie können uns des vergewissern, der uns zusagt, bei uns zu sein. In allem, was uns widerfahren mag.

Andres Wagner, Pfarrer